Herzlich willkommen ….

„Lieber Herr Huth, schade, dass wir Sie nicht persönlich begrüßen konnten. Wie schön, dass Sie da sind, wir wünschen Ihnen einen wunderbaren, angenehmen Aufenthalt. ♡- liche Grüße.“
Diese Zeilen las ich, als ich am Vorabend einer die nstlichen Veranstaltung zu einer Zeit im Hotel ankam, in der die Rezeption nicht mehr besetzt war.
Wer empfindet es nicht als angenehm, nach einer Reise am Zielort willkommen geheißen zu werden? Man fühlt sich wahrgenommen, man merkt, dass man den anderen nicht egal ist – sogar dann,
wenn es nur ein beruflich motiviertes Willkommen ist. Wenn wir wieder nach Hause kommen und dort merken, dass die Freunde und die Familie sich freuen, dass wir wieder da sind, dann fühlen wir uns
auch willkommen.
In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?
Johannes 14,2
Jesus macht jetzt schon klar, dass wir einst bei Ihm willkommen sein werden. Wir lesen in Johannes 14,2, dass er Vorbereitungen trifft, damit wir uns bei unserer Ankunft gleich zu Hause fühlen können. Darauf können und sollen wir uns freuen. Allerdings müssen wir nicht so lange warten. Bereits hier und heute dürfen wir gewiss sein, dass wir von Ihm wahrgenommen, geliebt und geschätzt sind.
Nun geht Jesus einen Schritt weiter mit uns. Nun sind wir vielleicht jene, welche bereits an dem Ort sind, an dem andere das Ziel ihrer Reise sehen. Oder wir sind dort, wo andere vorbeischauen, um danach ihre Reise fortzusetzen.
Wir sind jene, die anderen Wertschätzung entgegenbringen und den Eindruck vermitteln dürfen, willkommen zu sein. Im Rahmen von „Life on Stage“ gab es eine Hausaufgabe, bei der man sich an einen öffentlichen Ort setzen sollte, um einfach nur die vorbeigehenden Menschen zu beobachten. Das ist ein bisschen „Wahrnehmungstraining“, bei dem der Blick von den eigenen Interessen und den eigenen Belangen hin zu den Menschen gelenkt wird, die wir gar nicht kennen und denen wir vielleicht auch nie wieder begegnen werden, für die uns aber ganz bewusst wird, dass sie Gottes Geschöpfe sind und von ihm als unglaublich liebenswert angesehen werden.
Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.
Johannes 13,35
Liebe ist auch das Merkmal, an dem man erkennen wird, dass wir Jesu Jünger sind. So hat er es gesagt, als er das neue Gebot bekanntge-
geben hat (Johannes 13,35).Wir dürfen einander in Liebe begegnen – im Alltag, im Gottesdienst und auch bei den Gesprächen im Anschluss an den Gottesdienst. Wir dürfen auch anderen Personen in Liebe begegnen,
die vielleicht auf der Suche nach einer Gemeinde sind oder aus anderen Gründen zu Besuch kommen. Gott lädt uns ein, die Menschen in unserem Umfeld wahrzunehmen, wertzuschätzen und ihnen das
Gefühl zu geben, bei uns willkommen zu sein.
Das betrifft natürlich unseren Pastor Martin Rothweiler und seine Frau Birgitt, die neu bei uns in Bergedorf ankommen werden und sich erst einmal zurechtfinden müssen.
Gott schenke uns auch und gerade in der Urlaubszeit den Blick für die Menschen neben und bei uns.

Bild : Hebi B. / Pixabay

Author: Johannes Huth