Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Mt 28,20

Dieser Vers ist der Abschluss des sogenannten Missionsbefehls am Ende des Matthäus-Evangeliums.

Siehe:

Jesus fordert uns auf, genau hin zu sehen. Dann können wir sehen, wie er jeden Tag bei uns ist. Egal wo und wann.  Genau Hinsehen fällt uns jedoch meistens schwer. Zu groß sind die Möglichkeiten und Gefahren, nicht genau hinzusehen, weil ich gerade abgelenkt oder anderweitig beschäftigt bin. Weil der Alltag mir mal wieder keine Luft läßt, um genau hin zu sehen. Weil ich meine, dies und das noch schaffen zu müssen.

Siehe: Du, Mensch – mein geliebtes Kind – mach die Augen auf, verschließe sie nicht länger vor der (meiner)  Wirklichkeit, die ich (Jesus) schon lange bereithalte. Rechne mit meinem Handeln und meinen Möglichkeiten. Zuvor heißt es: „gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern…..“ Jeder Jünger Jesu ist Teil dieses globalen Planes Gottes und hat den Auftrag Jesus in der Welt zu bezeugen. Dies kann nicht nur in der großen Mission geschehen, sondern soll im Leben eines jeden Christen ein sichtbarer Fakt sein. Wenn der Missionsbefehl für alle Christen gilt, dann gilt auch diese Zusage jedem Christen.

Siehe: Wenn du Mensch zurückblickst oder aktuell genau hinschaust, dann wirst du sehen, was ich für dich getan habe und tue. Angefangen mit dem Tod am Kreuz und deiner Errettung bis hin zu den kleinen Dingen des Alltages und den Möglichkeiten, die ich dir schenken werde, dass du mich in deinem Umfeld bezeugst.

Alle Tage:

Was für eine tolle Aussage: alle Tage – nicht nur am Sonntag, nicht nur von 10:00 bis 12:00 Uhr, nicht nur wenn es mir gut geht, nicht nur wenn ich mich mit Gott beschäftige, nicht nur wenn ich in der Bibel lese. Alle Tage: vom Anbeginn der Welt – von meiner Geburt bis zu meinem Ende (und  darüber hinaus). Alle Tage: wenn ich meine, Gott ist bei mir und auch wenn ich es gar nicht spüre: ich bin bei dir, sagt Jesus.

Bis ans Ende der Welt:

Dies kann man sowohl zeitlich als auch räumlich verstehen.

  • Zeitlich: Diese Welt wird einmal ein Ende haben – Jesus wird wiederkommen, dann wird das Leben auf dieser Erde nicht mehr so weitergehen wie es die letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte gelaufen ist.
  • Räumlich: Die Erde hat – wie wir heute wissen – kein Ende, also gibt es auch kein Ende der Welt?

Mit fällt dazu spontan Ps.139 1-16 ein:

Ein Psalm Davids, vorzusingen. HERR, du erforschest mich und kennest mich.
Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.
Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wüsstest.
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.
Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.
Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer,
so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.
Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein –,
so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.
Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
Es war dir mein Gebein nicht verborgen,  da ich im Verborgenen gemacht wurde, da ich gebildet wurde unten in der Erde.
Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.

Schon David hat es vor vielen tausend Jahren erfahren, erlebt und für uns aufgeschrieben. Seine Aussagen sind immer noch gültig – Gottes Zusagen sind verläßlich und beständig. Jesus ist bei uns an jedem Tag.

Spuren im Sand

Bildquelle: Marion Streiff auf Pixabay

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel
erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen
vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
daß in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?“

Da antwortete er: „Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.“

Margaret Fishback Powers

Copyright © 1964 Margaret Fishback Powers
Übersetzt von Eva-Maria Busch
Copyright © der deutschen Übersetzung 1996 Brunnen Verlag Gießen. www.brunnen-verlag.de

Author: Thomas Blidung