Monatsspruch Februar 2019

„Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“ Römer 8,18 (L)

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Die „Hoffnung für Alle“ übersetzt die Verse 18 und 19 so:

„Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir in dieser Welt erleiden, nichts ist verglichen mit der Herrlichkeit, die Gott uns einmal schenken wird. Darum wartet die ganze Schöpfung sehnsüchtig und voller Hoffnung auf den Tag, an dem Gott seine Kinder in diese Herrlichkeit aufnimmt.“
Leiden, wer hört schon gerne dieses Wort oder befindet sich gerne in diesem Zustand.
Leiden ….
Zuerst fallen mir die Greueltaten verschiedener Regime oder Gruppen ein. Das KZ Auschwitz gilt weltweit als einer der schlimmsten Orte, wenn man über Leiden nachdenkt; schnell bin ich gedanklich bei den Greueltaten unserer Zeit angekommen. Was gibt es nicht alles, was Menschen anderen Menschen zufügen, um ihre Macht zu erhalten oder zu erweitern. Es geht schon im Umfeld des einzelnen los; Mobbing am Arbeitsplatz, in der Schule oder in sozialen Netzwerken, Ausbeutung von Kindern und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Terror politische und/oder religiös begründet und und und. Die Liste ist lang und je länger ich darüber nachdenke, um so mehr Punkte fallen mir ein. Dazu kommt noch viel persönliches Leid: Tod eines geliebten Menschen oder die eigene (lebensbedrohliche) Krankheit.
Paulus kennt auch das persönlich erlebte Leid; mehrmals wurde er gesteinigt, mehrmals mußte er Hals über Kopf die Stadt verlassen. Als Kinder Gottes haben wir eine Hoffnung, die weit über das irdische Leid hinausragt. Und mit uns wartet die gesamte Schöpfung auf diese Herrlichkeit. Und nicht nur Menschen auch die Pflanzen und Tiere leiden unter der Maßlosigkeit und dem Egoismus der Menschen, auch sie warten darauf, vom Egoismus und der Machtgier der Menschen befreit zu werden. Die Sehnsucht zurückzukommen zum paradiesischen Zustand, wie er im 1. Mose geschildert wird – ein Leben in der Gegenwart Gottes.
Wer könnte mehr über das Leiden berichten, als der, der die Sünde der ganzen Welt auf sich mit ans Kreuz nahm? Wer könnte mehr von ungerechter Verurteilung berichten als Jesus Christus? Schon der Prophet Jesaja weissagt über Jesus: „Wir alle irrten umher wie Schafe, die sich verlaufen haben; jeder ging seinen eigenen Weg. Der HERR aber lud alle unsere Schuld auf ihn. Er wurde misshandelt, aber er duldete es ohne ein Wort. Er war stumm wie ein Lamm, das man zur Schlachtung führt. Und wie ein Schaf, das sich nicht wehrt, wenn es geschoren wird, hat er alles widerspruchslos ertragen. Man hörte von ihm keine Klage.“ Jes 53, 7. Er durchlitt das tiefste Leid, dass ein Mensch je erfahren kann, das Getrenntsein von seinem Vater. „Vater, Vater warum hast du mich verlassen?“ sind die letzten Worte, die Jesus am Kreuz spricht. Und genau dieser Jesus wird es auch sein, der diese Hoffnung auf Gottes Herrlichkeit Wirklichkeit werden läßt, denn er hat alles dafür vorbereitet und getan. Wenn der zweite Advent der Weltgeschichte anbricht (Jesus zum zweiten Mal auf dieser Erde erscheinen wird), dann werden die Sätze Wirklichkeit werden, die Paulus hier an die Gemeinde in Rom schreibt.
In der Offenbarung 21,3-4 heißt es : „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen„.
T. Blidung

Author: Thomas Blidung