Monatsspruch Dez. 2018 : „Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut“

Mt 2,10 (L)

Gedanken zum Monatsspruch:

Hast du nicht auch schon mal in einer klaren Winternacht an den Himmel geschaut und dich dann gefreut, wenn du den „Großen Wagen“, den „Polarstern“ oder den „Orion“ mit seinem Gürtel gefunden hast. Ich für meinen Teil erinnere mich noch gut, wie wir als kleine Jungs beim Jungscharlager in Häcklingen am Feuer saßen, den Kopf in den Nacken legten und die Sterne am Himmel betrachteten. Oder wie wir als Jugendliche in der Sylvesternacht in Hanstedt noch eine Nachtwanderung am frühen Morgen machten. Oft blieben wir stehen, schauten in den klaren Himmel, ungetrübt von dem vielen Licht der Großstadt.

Aus all diesen vielen Sternen, die Nacht für Nacht am Himmel stehen, haben die Sternkundigen den einen, besonderen herausgefunden. Und der Stern hatte es ihnen angetan. Sie machten sich auf eine lange Reise, nahmen Strapazen auf sich und gingen immer dem Stern nach, und dabei waren sie wohl meist nachts unterwegs. Am Tage sehen wir von den Sternen nicht viel. Vielleicht war es bei diesem Stern etwas anders und erleuchtete am frühen Abend als erster und war morgens der Stern, den man auch noch bei beginnendem Tageslicht sehen konnte, aber dennoch: Die Reise war sicher keine Kreuzfahrt. Und als der der Stern dann nicht mehr Richtung Jerusalem zog, sondern abbog und weiter nach Bethlehem zog, da waren sie wohl doch ein wenig verunsichert. In der Großstadt verloren sie den Stern aus den Augen. Die weisen Männer Jerusalems wußten vielleicht auch nicht sofort Rat und erst nach einigen Stunden oder Tagen war die Lösung da: Nach Bethlehem mußten sie.

Der Stern war schon weitergezogen, hatte das Ziel seiner Reise erreicht. Still stand über dem Stall in Bethlehem in dem Jesus, der Retter der Welt, der Heiland als Kind  geboren war. Vielleicht konnte man ihn, den Stern, von Jerusalem aus gar nicht sehen, und so ist die Freude der Weisen nachzuvollziehen. Sie waren abgewichen vom Weg, den der Stern zeigte. Sie hatten sich vom Lichtermeer der Großstadt blenden lassen und das Ziel aus den Augen verloren. Und nun hatten sie ihn wieder : Ihren Stern, Ihr Ziel, dem sie über eine unendlich lange Wegstrecke gefolgt waren. Viel ist uns von diesen Männern nicht überliefert, aber sie waren so überwältigt von Jesus, dass sie ihn anbeteten.

Mich mahnen diese wenigen Worte dazu, meine Augen fest auf Jesus, dem Morgenstern (Offb 22,16) zu richten, mich nicht vom Lichtermeer um mich herum ablenken zu lassen und auch wenn der Morgenstern für mich vielleicht unverständliche Wege einschlägt, IHM zu folgen und IHN anzubeten, so wie die Sternkundigen es getan haben.

Allen Lesern wünsche ich eine gesegnete Adventszeit.

Beitrag von T.Blidung